Die Situation in Luxemburg

 

In Luxemburg existieren keine verbindlichen und formellen interkommunalen Planungsdokumente. Die Gemeinden stellen im Grunde die einzige Anwendung des Grundsatzes der territorialen Dezentralisierung dar. Demnach existieren formelle Planungsdokumente nur auf nationaler und kommunaler Ebene.

Jedoch hat der Staat mit den Konventionen zwischen Staat und Gemeinden ein innovatives, informelles und partnerschaftliches Instrument für eine integrierte und nachhaltige städtische interkommunale Entwicklung der betroffenen Gebiete geschaffen. Das im IVL definierte Raummodell dient als Referenzrahmen für die künftige räumliche Entwicklung und sieht die Schaffung einer neuen Urbanität sowie die Ausweisung unterschiedlicher Funktionen für die Südregion, die Nordstad (städtischer Kern der Region Zentrum-Nord, der durch die Gemeinden Bettendorf, Colmar-Berg, Diekirch, Erpeldange, Ettelbrück und Schieren gebildet wird) und den Ballungsraum der Stadt Luxemburg vor, mit einer suburbanen Entwicklungsachse entlang des Alzettetals. Allerdings erschien es aufgrund der  Bedeutung und der Größe des Ballungsraums Luxemburg-Stadt am sinnvollsten, das Stadtgebiet in drei verschiedene Konventionsgebiete zu unterteilen, wobei die notwendigen konzeptuellen und planungsrelevanten Interaktionen berücksichtigt wurden. So wurden in Übereinstimmung mit dem IVL fünf Konventionsgebiete geschaffen:

  • Die Nordstad ;
  • Das Uelzechtdall ;
  • Die AirRegioun ;
  • Der DICI ;
  • PROsud.

Des Weiteren wurde im März 2013 der Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) „Alzette-Belval“ im Rahmen der grenzüberschreitenden Entwicklung rund um das Leuchtturmprojekt Belval und die Stadt Esch-sur-Alzette, geschaffen.

Durch die Konventionen zwischen Staat und Gemeinden zur integrierten und nachhaltigen städtischen Entwicklung, verpflichten sich die betroffenen Gemeinden und der luxemburgische Staat, vertreten durch das für Raumordnung zuständige Ministerium, einen Prozess der integrierten und nachhaltigen interkommunalen Planung und Entwicklung voranzutreiben.

Unter Berücksichtigung der übergeordneten Ziele der dezentralen Konzentration und des Polyzentrismus im Hinblick auf eine ausgewogenere Entwicklung des nationalen Gebiets, setzen sich die betroffenen Akteure folgende Ziele:

  • Gewährleistung der räumlichen und städtebaulichen Kohärenz der Flächennutzungspläne (PAG) der jeweiligen Gemeinden;
  • Verwirklichung einer gezielten Stadtpolitik im Bereich des Wohnungswesens mit vorrangiger Ausrichtung auf die Verdichtung und reduzierte Nutzung bebauter Flächen sowie Koordinierung zwischen der städtischen Entwicklung und dem ÖPNV-Netz;
  • Schaffung einer räumlichen Struktur zur Lokalisierung und Dichteausweisung von Funktionen, Verkehrsinfrastruktur sowie zur Gestaltung und Vernetzung der Grünflächen, um die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und die verstärkte Nutzung der nicht motorisierten und öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern.

Die Zielsetzung liegt hierbei in der Schaffung von wirtschaftlichen Zentren in Ergänzung zur Stadt Luxemburg. Dies soll durch die Schaffung von Wohnungen und Arbeitsplätzen geschehen, um die Funktionen des Wohnens und des Arbeitens räumlich anzunähern, sowie durch eine wirkliche Funktionsmischung und die damit zusammenhängende Reduzierung des Mobilitätsbedarfs.

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