Entwicklung der Bodenversiegelung zwischen 2009 und 2015

Die Karte entsammt einer Zusammenarbeit zwischen dem GIS-GR und dem Institut de Gestion de l'Environnement et d'Aménagement du Territoire (IGEAT) der Freien Universität Brüssel. Sie ist Teil des Themenhefts "Umwelt und Energie", das durch das IGEAT im Rahmen der Raumanalyse für das Raumentwicklungskonzept der Großregion (REKGR) erstellt wurde.


Ausdehnung der Bodenversiegelung

Unter Versiegelung versteht man die durch menschengemachte Wasserundurchlässigkeit des Bodens durch bauliche Maßnahmen.

Im Jahr 2015 waren 3,4% des Gebietes der Großregion (entsprechend 2205 km²) versiegelt. Das Saarland besitzt die größte Menge an versiegelten Böden (6,9% seines Gebietes). In Rheinland-Pfalz und in Luxemburg beläuft sich dieser Anteil auf über 4%, während er in der Wallonie und in Lothringen 3,3% respektive 2,4% beträgt.

Zwischen 2009 und 2015 hat der Anteil der versiegelten Flächen am Gesamtgebiet der Großregionum 2,08% zugenommen. Diese Zunahme ist besonders stark im peripheren Umland der städtischen Zentren (Kantone Mersch und Grevenmacher in Luxemburg, Umland von Metz und Nancy sowie Kanton Stiring-Wendel in Lothringen, Arrondsisements Ath und Mouscron in der Wallonie und der Süden des Landes Rheinland-Pfalz) oder und in ländlichen Gebieten  (Norden von Luxemburg, Kanton Etain in der Meuse, Eifelkreis Bitburg Prüm).

Im großregionalen Kontext, in denen sowohl Gebietemit Bevölkerungszuwachs als auch -rückgang zu verzeichnen sind, stellt die Verringerung der Bodenversiegelung eine komplexe Herausforderung dar.

Erstens bietet die Bewirtschaftung von Industrie- und Wohnerbe in Gebieten mit rückläufiger wirtschaftlicher und demografischer Entwicklung Möglichkeiten, Erosion, Bodenverschmutzung und Unterbeanspruchung bereits versiegelter Gebiete zu verringern. 

Zweitens erzeugen der Bevölkerungszuwachs und die wirtschaftliche Attraktivität in den dynamischen Ballungsgebieten (Luxemburg und Brüssel) einen starken Druck auf den Grundstücks- und Immobilienmarkt. Die Verknappung der Grundstücke und der Güter führt zu einer Preissteigerung, die sich in einer verstärkten Mobilität auf dem Wohnungsmarkt und regionalübergreifenden Wohnmarktstrategien ausdrückt. Unter diesen Bedingungen setzt sich die urbane Ausdehnung in den peripheren und/oder grenznahen Bereichen fort. Diese Situation zeigt dann auch einen sozio-räumlichen Segregationsprozess, der dadurch gekennzeichnet ist, dass die bessergestellte Bevölkerung sich in Vierteln niederlässt, die die besten Lebensbedingungen bieten (hohe Umweltqualität, Erholungs- und Grünflächen, Neubau …) und dass die wirtschaftlich schwächere Bevölkerung davon ausgeschlossen bleibt (Gentrification).

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