Aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz am Arbeitsort (Kreise) : 2007-2017

Die Karte entstammt einer Zusammenarbeit zwischen dem GIS-GR und der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA) der Großregion. Sie ist Teil des Berichts zur Arbeitsmarktsituation 2017/2018 in der Großregion, welcher die IBA für den Gipfel der Großregion erstellt hat.

 

Einpendlerstrom aus Frankreich im Jahr 2017 weiterhin rückläufig

Im Jahr 2015 pendelten 4.308 Erwerbstätige aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz. Der Einpendlerstrom entwickelt sich seit 2001 tendenziell rückläufig, auch wenn 2008 ein sprunghafter Anstieg (+4,5%) und im Jahr 2011 ein leichter Zuwachs von 1% festzustellen waren. Seit 2012 war die Zahl der Menschen aus Frankreich, die zum Arbeiten nach Rheinland-Pfalz pendeln, dann auch wieder rückläufig; zwischen 2012 und 2017 sank ihre Anzahl um circa 500 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Grenzgänger um 90 Personen abgenommen, davon hatten 24 die deutsche Nationalität. Auch in den kommenden Jahren ist eine Fortsetzung des bisherigen Trends anzunehmen.

Atypische Grenzgänger federn rückläufigen Einpendlerstrom aus Frankreich leicht ab

Der Grenzgängerstrom aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz ist seit 2001 insgesamt rückläufig (-21,2%). Die Betrachtung nach Nationalität zeigt, dass der Rückgang bei den Franzosen mit 23% weitaus stärker war als bei den sogenannten atypischen Grenzgängern deutscher Nationalität (-12,2%). Mitte 2015 betrug deren Zahl 778 Personen – somit war fast jeder fünfte Arbeitnehmer, der von Frankreich nach Rheinland-Pfalz einpendelte, ein Deutscher (18%). Im Jahr 2001 lag der Anteil der atypischen Grenzgänger bei 16,2%. Im Zuge der unmittelbaren Folgen der Krise in den Jahren 2009/2010 ließ sich eine unterschiedliche Entwicklung beider Pendlergruppen beobachten: Die Veränderungsquoten gegenüber dem Vorjahr brachen bei den Grenzgängern mit deutscher Nationalität weniger spürbar ein als bei den Einpendlern anderer Nationalitäten.

Die Hälfte der Einpendler aus Frankreich arbeitet im Kreis Germersheim

Die rückläufige Entwicklung des Einpendlerstroms aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz dürfte auf die räumliche Konzentration der französischen Einpendler im grenznahen Germersheim zurückzuführen sein. Der Landkreis ist als Industriehochburg und Standort eines der weltweit größten Lkw-Montagewerke der Daimler AG (Mercedes Benz) in Wörth am Rhein ein besonderer Beschäftigungsschwerpunkt, welcher einem nicht unerheblichen Anteil an französischen Einpendlern (insbesondere aus dem Elsass) seit den 1970er Jahren Beschäftigung gibt. Mit der Ansiedlung von Daimler-Benz und der Mobil-Oil-Raffinerie wurde damals ein Standort mit ca. 12.000 Arbeitsplätzen geschaffen. Anfang der 1980er Jahre kamen die bei Daimler-Benz beschäftigten französischen Grenzgänger vor allem aus Gemeinden der elsässischen Kantone Wissembourg, Haguenau, Bischwiller, Niederbronn, Lauterbourg und Soultz-sous-Forêts.  Der Landkreis bietet derzeit rund der Hälfte aller französischen Grenzgänger in Rheinland-Pfalz einen Arbeitsplatz (48%). Diese Arbeitsplätze sind stark abhängig vom Konjunkturverlauf der Nutzfahrzeugbranche, die nach einem ausgesprochenen Boomjahr 2008 von der anschließenden Wirtschaftskrise weltweit mit am stärksten betroffen war.

Betrachtet man jedoch die letzten zehn Jahre, ist ein weit überdurchschnittlicher Abbau der Grenzgängerbeschäftigung im Kreis Germersheim auszumachen (-530 Arbeitsplätze bzw. -20%; im Vergleich Rheinland-Pfalz 2007-2017: -12%). Nur Pirmasens war mit einem Rückgang von -27% verhältnismäßig noch stärker betroffen. Neben Germersheim arbeitet ein relativ großer Anteil der französischen Einpendler in Zweibrücken (16%). Bedeutsame Arbeitgeber in Zweibrücken sind dort angesiedelte Maschinenbauunternehmen wie Terex und John Deere mit 1.700 (Stand Mitte 2018) bzw.1.100 Beschäftigten insgesamt (2015).

Zum letzten Mal aktualisiert am