Aus der Wallonie nach Frankreich am Wohnort (Arrondissements) : 2005-2015

Die Karte entstammt einer Zusammenarbeit zwischen dem GIS-GR und der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA) der Großregion. Sie ist Teil des Berichts zur Arbeitsmarktsituation 2015/2016 in der Großregion, welcher die IBA für den Gipfel der Großregion erstellt hat. Die Karte stellt die Aufteilung und die Gesamtzahl der in Frankreich beschäftigten Berufspendler aus der Wallonie zum 30. Juni 2015 nach Wohnort (Arrondissements) sowie die Entwicklung der Pendlerzahlen zwischen 2005 und 2015 dar.

 

Nach den Daten von INAMI pendelten im Jahr 2015 aus der Wallonie 50.320 Arbeitskräfte aus, von denen über drei Viertel (76,9%) in Luxemburg arbeiteten, gefolgt von Frankreich (12,4%) und Deutschland (10,7%). Der Auspendlerstrom ist zwischen 1996 und 2009 um knapp 78% gewachsen, was vor allem auf die Anziehungskraft des luxemburgischen Arbeitsmarkts zurückzuführen ist. Denn während die Zahl der Grenzgänger in Richtung Frankreich um nur 5% wuchs, nahm der Strom nach Deutschland um 31% zu, und mit mehr als einer Verdopplung der Grenzgängerzahlen blieb Luxemburg Platz 1 der Zieldestinationen. Im Zuge der Krise gingen die jährlichen Zuwachsraten aller Auspendlerströme im Jahr 2009 zurück. Seitdem schwanken die Zuwächse zwischen +0,5% im Jahr 2010 und +3,2% im Jahr 2011, liegen insgesamt aber deutlich niedriger als vor der Krise. Auch die letzte Erhebung von 2015 ergab nur ein Plus von 1,5%. Hingegen verzeichnet das Auspendleraufkommen in Richtung Frankreich einen stetigen Wechsel: leichte Abnahme in 2009, Anstieg in 2010, deutlicher Rückgang in 2011 (-11,4% im Vergleich zum Vorjahr) und schließlich zwei aufeinanderfolgende Jahre mit deutlichen Zuwächsen 2012 (+27,4%) und 2013 (+5,5%). In den letzten beiden Jahren erfolgte dann wieder ein moderates Plus von 1,4% bzw. 3,0%. Die Veränderungen der Auspendlerströme nach Deutschland im Vorjahresvergleich waren während der Krise sehr gebremst; 2011, 2012 und 2014 mit Werten um +6% deutlich im Plus und verzeichneten 2013 einen starken Rückgang um 8,8%. 2015 folgte dann wieder ein leichter Zuwachs von 1,9%.

Die meisten Auspendler nach Frankreich wohnen im Westen der Wallonie

Mehr als drei Viertel der Auspendler aus der Wallonie, die in Frankreich arbeiten, kommen aus den westlichsten Arrondissements Mouscron (2.736) und Tournai (2.185). Diese beiden Arrondissements sind auch für 90% der Zuwächse zwischen 2005 und 2015 verantwortlich, 1.868 der 2.085 neuen Grenzgänger ins Nachbarland stammen von hier. Es ist anzunehmen, dass diese Grenzgänger in erster Linie in den französischen Regionen Champagne-Ardenne sowie Nord-Pas-de-Calais arbeiten und nicht in die der Großregion zugehörige Region Lothringen auspendeln. Außerdem wurden in Ath 70 Grenzgänger mehr registriert als noch 2005. Weitere nennenswerte Veränderungen sind bei den absoluten Fallzahlen nicht zu beobachten: die Anstiege in den anderen Arrondissements sowie die Rückgänge in Namur und Dinan entsprechen nur Einzelpersonen.  

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