Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung 2000-2016

Die Karte entsammt einer Zusammenarbeit zwischen dem GIS-GR und dem Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER). Sie ist Teil des Themenhefts "Demographische Dynamik und damit verbundene räumliche Erfordernisse", das durch das LISER im Rahmen der Raumanalyse für das Raumentwicklungskonzept der Großregion (REKGR) erstellt wurde.

 

Gegensätzliche demographische Entwicklungen in der Großregion

2016 zählte die Großregion 11,6 Millionen Personen, d. h. 2,4 % der Bevölkerung der EU. Seit 2000 war die Steigerung der Einwohnerzahlen mit einem Zuwachs von rund 400.000 Personen relativ schwach; dies entspricht einer Steigerung von 3,3 %. In der gleichen Zeit wuchs die europäische Bevölkerung um 4,7 %, was einem Zuwachs von mehr als 23 Millionen Personen entspricht.

Die statistische Analyse der durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungswachstumsrate in der Großregion zeigt auf den ersten Blick sehr unterschiedliche demographische Tendenzen für die verschiedenen Teilgebiete. Auf der Karte ist ein klarer Unterschied zwischen den Gebieten, die Einwohner hinzugewonnen haben (rot eingefärbt) und jenen, die Einwohner verloren haben (blau eingefärbt), erkennbar.

Luxemburg und seine Grenzräume, sowie ein großer Teil der Wallonie, haben zwischen 2000 und 2016 ein starkes demographisches Wachstum erfahren. Die Bevölkerung des Großherzogtums stieg um 138.665 Einwohner, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 2 %. Angesichts der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate auf EU-Ebene von 0,31 % ist dies eine außergewöhnliche Steigerung für ein europäisches Land. Auf einer lokaleren Ebene ist die Bevölkerung im wallonischen Arrondissement Nivelles (+ 49.417 Einwohner) und in den Kantonen Luxemburg und Esch-sur-Alzette (+ 37.146 bzw. + 34.557) sowohl in absoluten als auch in relativen Werten am stärksten gewachsen. Die wirtschaftliche Attraktivität des luxemburgischen Ballungsraumes, aber auch jene der großen urbanen Bereiche in der Nähe der Großregion (Brüssel oder Frankfurt) stellt einen erklärenden Faktor für dieses demographische Wachstum auf lokaler Ebene dar. Diese peripheren Räume profitieren von der räumlichen Nähe der Ballungszentren und weisen dadurch einen erheblichen Überschuss in der Migration auf; ihre natürlichen Bevölkerungswachstumsraten sind jedoch ebenfalls positiv.

Im Gegensatz dazu ist die Bevölkerung in den meisten Gebieten von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes, aber auch in den Départements des Vosges und der Meuse, in der gleichen Zeit zurückgegangen. Obwohl sich diese Resultate durch eine fehlende natürliche Erneuerung erklären lassen, die die Immigration nicht abfangen kann, ist die Situation nicht überall die gleiche: die Bevölkerung der deutschen Bundesländer nimmt ab, obwohl das Wirtschaftswachstum vor allem dank der urbanen Zentren entlang des Rheins positiv ist. So wurden allein in Rheinland-Pfalz zwischen 2.000 und 2017 mehr als 17.000 Arbeitsplätze geschaffen (Quelle: Eurostat). In den anderen Teilgebieten kann der Rückgang der Bevölkerung durch ein niedrigeres Wirtschaftswachstum und durch die Abwanderung der Unternehmen erklärt werden. Dieser demographische Rückschritt stellt eine strukturelle Tendenz dar, die in den 1990er Jahren begonnen hat.

Die Analyse zeigt die große Heterogenität der demographischen Dynamiken in der Großregion auf. Sie hebt starke Unterschiede zwischen deren Teilgebieten hervor. Einige Grenzgebiete - wie die wallonischen Arrondissements Arlon, Bastogne und Waremme oder die lothringischen Kantone Metzervisse und Yutz – tendieren dazu, sich von ihrem nationalen oder regionalen Kontext abzusetzen und folgen eher den demographischen Dynamiken der benachbarten urbanen Zentren, die wirtschaftlich attraktiver sind (wie Luxemburg oder Brüssel)

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