1990-2008 nach funktionalem Stadtgebiet

©Berechnungen: GIS-GR

Diese Karte illustriert die Bevölkerungsentwicklung (in %) zwischen 1990 und 2008 aggregiert nach funktionalen Gebieten (functional urban area).

Das Ziel dieses Indikators ist es, die nationalen und regionalen Verwaltungsgrenzen zu überwinden, um eine wirkliche großregionale Analyse zu verwirklichen.

Der Begriff „funktionale Gebiete“ oder „functional urban areas (FUA’s)“ bezeichnet eine Fläche, die einen oder mehrere urbane Zentren („morphological urban area“) und das umgebende Gebiet umfasst. Der Umfang der FUA wird durch die Zone definiert, aus der 10% der aktiven Bevölkerung in Richtung der MUA(s) pendelt.

Diese Abgrenzung wird oft auf europäischer Ebene genutzt, vor allem durch ESPON, die OECD oder auch die Kommission, um Studien auf europäischer Ebene zu verwirklichen. Der Vorzug dieser Herangehensweise ist die partielle Bewältigung der Probleme, die in der fehlenden Homogenität der Statistiken, aber auch in den teilweise starken morphologischen Unterschieden der europäischen Agglomerationen liegen.

Man muss anmerken, dass es auch andere Konzeptionen funktioneller Gebiete gibt, wie die durch die französische INSEE definierte „aire urbaine“ (urbanes Gebiet). In diesem Fall, ist es eine „aire urbaine“ oder „grande aire urbaine“ (großes urbanes Gebiet) eine Menge von zusammenhängenden Gemeinden ohne Enklave, die durch einen urbanen Pol („pôle urbain“, „unité urbain“) mit mehr als 10'000 Arbeitsplätzen gebildet wird, sowie durch ländliche Gemeinden oder urbane Einheiten („couronne périurbaine“, peri-urbaner Ring), in der mindestens 40% der ansässigen arbeitenden Bevölkerung im Pol arbeitet oder in denjenigen Gemeinden, die durch diesen angezogen werden.

Die Karten und die Tabelle oben illustrieren, dass die Mehrzahl der funktionalen Gebiete zwischen 1990 und 2008 eine positive demografische Entwicklung erfahren haben. Lediglich die FUAs von Mons-Borinage, Saarbrücken und Pirmasens weisen einen Rückgang der Bevölkerung auf. Für die beiden zuletzt genannten entspricht diese Entwicklung dem deutschen Phänomen des „demografischen Wandels“, welcher durch eine Überalterung gekennzeichnet ist, die aus einer unterdurchschnittlichen Geburtenrate gegenüber einer steigenden Lebenserwartung resultiert.

Im Gegensatz dazu sind die funktionalen Gebiete von Luxemburg, Namur, Speyer und Mainz durch ein Bevölkerungswachstum von über 10% gekennzeichnet, mit einem besonderen Position Luxemburgs (20,7%). Sein demografisches Wachstum, genau wie jenes seiner benachbarten funktionalen Gebiete kann durch das anhaltende Wirtschaftswachstum Luxemburgs erklärt werden, das sich vor allem in den zunehmenden Arbeitsplätzen widerspiegelt. Im Laufe des Jahrzehnts 2000-2010 betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 3,4%, während es in derselben Periode 1% in Belgien, 0,7% in Frankreich, 0,4% in Deutschland und 0,6% im Europa der 27 betrug. In Rheinland-Pfalz stellt man fest, dass sich die positive Entwicklung entlang der Rheinachse vollzieht.

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