Gesamtbevölkerung 2000-2013

Ein schwächeres Bevölkerungswachstum als im Rest der EU-28

Mit 11,4 Millionen hatte die Großregion Anfang 2013 rund 805.187 oder 7,6% Einwohner mehr als noch 1970. Der Bevölkerungszuwachs in der Großregion fiel nur halb so stark aus wie auf dem Gebiet der heutigen EU-28, wo sich im gleichen Zeitraum die Einwohnerzahl um 15,3% erhöht hat. Ausmaß und Zusammensetzung des Bevölkerungswachstums waren im Zeitverlauf und in den Regionen aber sehr unterschiedlich. Luxemburg, die Wallonie, die DG Belgien und Rheinland-Pfalz verzeichnen Zunahmen, während die lothringische Einwohner-zahl stagniert und im Saarland sogar abnimmt.

Langfristig positive, aber verlangsamte Bevölkerungsentwicklung

Von Beginn der 1970er Jahre bis 1987 war zunächst ein fast kontinuierlicher Rückgang der großregionalen Bevölkerung zu verzeichnen, der anschließend von einer Phase stetigen Bevölkerungswachstums abgelöst wurde. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum bis 1997, in dem sich im Zuge der Ost-West-Wanderungen nach den Umbrüchen in Mittel- und Osteuropa die Bevölkerung der Großregion um rund 590.000 Menschen bzw. 5,6% erhöhte. An-fang 1994 überschritt die Einwohnerzahl im Kooperationsraum so auch erstmals die 11-Millionen-Grenze. Seitdem hat sich die demografische Entwicklung wieder deutlich verlang-samt. Zwischen 2000 und 2013 ist die Einwohnerzahl nur um 2,2% gewachsen (EU 28: +5,1%).

Stabile Zuwächse in Luxemburg und der Wallonie

Unterschiedliche demografische Trends zeigen sich auch zwischen den einzelnen Teilregionen im Kooperationsraum. Der in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachtende Bevölkerungszuwachs in der Großregion wurde vor allem getragen von der positiven Entwicklung in Luxemburg, Rheinland-Pfalz und der Wallonie (und hier auch von der DG Belgien), die damit die weitgehend stagnierende Einwohnerzahl in Lothringen und den Rückgang im Saarland mehr als ausgleichen konnten. Wird nur die Entwicklung seit der Jahrtausendwende betrachtet, so verzeichnen insbesondere Luxemburg (+23,3%) sowie die DG Belgien (+7,4%) und die Wallonie (+6,7%) ein stabiles – und im Falle des Großherzogtums nach wie vor weit überdurchschnittliches – Wachstum.

Stagnierende oder rückläufige Einwohnerzahlen in Lothringen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz

Während sich in Luxemburg und in der Wallonie die positive Bevölkerungsentwicklung fort-setzt, ist das in Rheinland-Pfalz nicht mehr der Fall: Anfang 2006 kam es jedoch erstmals seit 1987 zu einem Einwohnerrückgang (-2.262 Einwohner, das entspricht -0,05%). 2012 verzeichnet das Bundesland einen Rückgang um -1,75% gegenüber 2005. Im Jahr 2013 hingegen wies die Region 245 Einwohner mehr aus als 2012, das entspricht einem sehr leichten Anstieg um 0,01%. Mit einem Zuwachs von +1,5% zwischen 2000 und 2013 wies Lothringen eine relativ schwache Wachstumsdynamik auf, die aber – anders als in früheren Jahrzehnten – über die ganzen 13 Jahre hinweg durchgängig positiv verlief. Die Lage im Saarland ist bereits seit Anfang 1998 von einem Bevölkerungsrückgang geprägt, der sich nach einer leichten Entspannung zu Beginn der Jahrtausendwende seit 2005/2006 sogar wieder verschärft hat. Im Betrachtungszeitraum 2000 bis 2013 wies so das Saarland mit einem Minus von insgesamt 7,2% die schlechteste Bevölkerungsbilanz aller Teilregionen auf.

Steigende Einwohnerzahlen rund um wirtschaftsstarke Gebiete und entlang der Hauptverkehrsachsen

Die teils gegenläufigen Bevölkerungsentwicklungen in den einzelnen Teilgebieten der Großregion stellen sich auf kleinräumiger Ebene noch deutlicher dar. Seit der Jahrtausendwende sind Bevölkerungszunahmen insbesondere im Einzugsbereich der wirtschaftsstarken Gebiete, in der Nähe der regionalen Oberzentren, rund um die Universitätsstandorte sowie entlang der zentralen Verkehrsachsen zu beobachten. In den weniger zentral gelegenen oder ungünstiger angebundenen Regionen sowie in strukturschwachen Gebieten sind dagegen die Einwohnerzahlen im Betrachtungszeitraum 2000 bis 2013 zum Teil deutlich gesunken. Besonders hohe Verluste gab es in Teilen der Westpfalz (insbesondere in Pirmasens und Kusel mit -12% bzw. -9,4%), in Birkenfeld im Hunsrück (-10%) sowie im saarländischen Landkreis Neunkirchen (-9,4%). Auch das übrige Saarland sowie Gebiete am Mittelrhein, in der Eifel und in Teilen Lothringens (vor allem Bar-Le-Duc und Neufchâteau) verzeichneten im Betrachtungszeitraum eine schrumpfende Bevölkerung, allerdings nicht ganz so ausgeprägt. In der Wallonie sind die Einwohnerzahlen zwar in allen Arrondissements durchgängig gestiegen, wobei die Zuwächse in Charleroi (der größten Stadt der Großregion), Mons, Thuin und Tournai weit unter dem Durchschnitt der wallonischen Region verblieb.

Starke Bevölkerungszuwächse in den an Luxemburg angrenzenden Gebieten

Im Kerngebiet der Großregion sorgt vor allem die wirtschaftliche Anziehungskraft Luxemburgs für steigende Einwohnerzahlen – im Land selbst wie auch in vielen angrenzenden Gebieten. Spitzenreiter im Großherzogtum – und auch im Kooperationsraum insgesamt – waren die Kantone Clervaux und Vianden im landschaftlich attraktiven Norden des Landes (+33,0 bzw. +32,2% seit 2000). Alle übrigen Kantone verzeichnen Zunahmen zwischen 16,2% (Kan-ton Capellen) und 29,2% (Kanton Wiltz). Hohe Lebenshaltungskosten und steigende Immobilienpreise in Luxemburg führen zudem zu einem stetigen Zuzug in die an das Großherzogtum angrenzenden Gebiete. Besonders deutlich wird dies in den wallonischen Arrondissements Arlon und Bastogne, die seit der Jahrtausendwende mit Zuwächsen von 15,3% bzw. 13,8% beträchtlich über dem wallonischen Durchschnitt liegen.

Gegen den regionalen Trend: Steigende Einwohnerzahlen im Raum Trier

In Rheinland-Pfalz führt die wirtschaftliche Attraktivität Luxemburgs vor allem in der Stadt Trier sowie im Kreis Trier-Saarburg zu steigenden Bevölkerungszahlen, die als einzige Gebiete im Westen von Rheinland-Pfalz eine positive Entwicklung aufweisen. Hinter Mainz (+10,7%) und Landau in der Pfalz (+6,9%) erreichte die Stadt Trier 1 dabei im Landesvergleich mit einem Plus von 6,7% ein weit überdurchschnittliches Ergebnis (Trier-Saarburg: +4,8%). Auf saarländischer Seite hat der Zuzug einer steigenden Zahl von Luxemburgern (und auch Deutschen) im ländlich geprägten Merzig-Wandern die Abnahme der Bevölkerungszahlen gebremst, insgesamt verzeichnet der Kreis aber immer noch ein Minus. Gegen den Trend wächst insbesondere die Grenzgemeinde Perl im Dreiländereck zwischen Luxemburg, Frankreich und Deutschland. Ähnliche Effekte sind in den lothringischen Gebieten nahe der luxemburgischen Grenze auszumachen, wie z.B. in Thionville (+5,8%) oder in Longwy (+5,7%).

Leichter aber erstmaliger Bevölkerungsrückgang in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Die DG Belgien, die bis 2013 ein konstantes Bevölkerungswachstum verzeichnete, wies 2013 erstmalig einen leichten Rückgang der Einwohnerzahlen auf (-38 Personen, das entspricht -0,05%). Mit einer Entwicklung von +7,4% zwischen 2000 und 2013 bleibt sie jedoch hinter Luxemburg eine der Teilregionen mit dem höchsten Bevölkerungswachstum in der Großregion.

Luxemburg alleiniger Spitzenreiter beim Bevölkerungswachstum in der Großregion

Luxemburg verzeichnet ein deutlich stärkeres Bevölkerungswachstum als der Rest der Großregion, sowohl für den Zeitraum 2000 bis 2013 (+23,3%) als auch für die letzten drei Jahre (+7%). In den gleichen Zeiträumen erreichten die anderen Regionen nur Werte von höchstens +7,4% (DG) und +1,8% (Wallonie). Während Lothringen für den längerfristigen Betrachtungszeitraum von 2000 bis 2013 noch eine Zunahme verzeichnet (+1,5%), wurde für 2010 bis 2013 eine Stagnation berechnet. Die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und vor allem das Saarland haben in beiden Zeitabschnitten eine Abnahme der Bevölkerung zu verkraften. Für die 28 Mitgliedstaaten der EU beobachtet man sowohl für die letzten drei Jahre als auch seit Beginn des Jahrtausends eine Zunahme der Einwohner.

Methodische Anmerkung : Der Stichtag jedes Jahres ist der 1. Januar (in Deutschland: Daten zum 31. Dezember des Vorjahres). In Lothringen beziehen sich die Daten der Arbeitsmarktregionen auf die Zeitspanne 1999-2011.

Quelle : Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (2014) : Die Arbeitsmarktsituation in der Großregion. Demografische Entwicklung

Datenquellen :

  • Deutschland, Saarland und Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsfortschreibung; Statistik der natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegung
  • Lothringen: INSEE, Bevölkerungsschätzungen und Volkszählungen (Arbeitsmarktregionen : Daten für die Zeitspanne 1999-2011); INSEE Zivilstand
  • Luxemburg: Bevölkerungsberechnungen des STATEC; Zivilstand STATEC
  • Wallonie / DG Belgien: SPF Économie – DGSIE (Bevölkerungsstatistik); DGStat
  1. Dans la ville de Trèves – au même titre qu’à Mayence et Landau – les progressions de population récemment enregistrées sont en partie attribuables à l’introduction d’une taxe de résidence secondaire. Suite à cette mesure, de nombreux étudiants, notamment, ont déclaré leur deuxième lieu d’habitation comme domicile principal.
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